S21-341 Finanzierung der Kinder- und Jugendarbeit

Hauptpetent/in: Wirth, Jens
Ende der Mitzeichnungsfrist: 2026-09-07
Anzahl Mitzeichner: 0

Für eine bedarfsgerechte und institutionelle Finanzierung der Kinder- und Jugendarbeit in Bremen

Unsere Kinder sind keine Sparmaßnahme!

Petition an den Petitionsausschuss der Bremischen Bürgerschaft

Wir fordern von Senat und Bürgerschaft der Freien Hansestadt Bremen:

1. Erhalt bestehender Einrichtungen
Keine Schließungen und keine existenzgefährdenden Kürzungen bei Einrichtungen der offenen Kinder- und Jugendarbeit.

2. Verlässliche und langfristige Finanzierung
Kinder- und Jugendarbeit braucht Planungssicherheit durch eine dauerhaft bedarfsgerechte und institutionelle Förderung statt kurzfristiger oder unsicherer Finanzierungsmodelle.

3. Bedarfsgerechte Mittelverteilung
Die Finanzierung muss sich an den tatsächlichen Bedarfen vor Ort orientieren und langjährig bewährte Einrichtungen sowie gewachsene Strukturen angemessen institutionell absichern.

4. Transparente und nachvollziehbare Entscheidungen
Finanzierungs- und Verteilungsentscheidungen müssen offen, nachvollziehbar und für die Öffentlichkeit verständlich getroffen werden.

5. Beteiligung der Betroffenen
Träger, Mitarbeitende, Familien, Kinder und Jugendliche müssen frühzeitig und ernsthaft in Entscheidungsprozesse einbezogen werden.

6. Kinder und Jugendliche in den Mittelpunkt stellen
Kinder- und Jugendarbeit darf nicht als Sparpotenzial betrachtet werden. Sie ist eine Investition in Bildung, Teilhabe, Prävention, Integration, Demokratieförderung und den gesellschaftlichen Zusammenhalt in Bremen. Sie stärkt Kinder, eröffnet Jugendlichen Perspektiven, entlastet Familien, wirkt Einsamkeit und Ausgrenzung entgegen und trägt zu lebendigen, solidarischen Stadtteilen bei.

7. Ausreichende Mittel für eine bedarfsgerechte und institutionell geförderte Kinder- und Jugendarbeit
Wir fordern, dass dauerhaft ausreichend finanzielle Mittel bereitgestellt werden, damit bestehende Angebote verlässlich, bedarfsgerecht und institutionell abgesichert arbeiten können. Steigende Personal-, Sach- und Betriebskosten müssen bei der Finanzierung berücksichtigt werden. Bleibt eine entsprechende Anpassung aus, kommt dies faktisch einer Kürzung gleich. Kinder- und Jugendarbeit braucht daher nicht nur Planungssicherheit, sondern auch eine Finanzierung, die den realen Bedarfen und den tatsächlichen Kostenentwicklungen Rechnung trägt.

Mit dieser Petition setzen wir ein deutliches Zeichen gegen den Abbau von Angeboten und gegen Kürzungen bei Trägern der Kinder- und Jugendarbeit in Bremen.

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Begründung

Die geplante Neuverteilung von Mitteln und die bislang fehlende langfristige Finanzierungsperspektive über das Jahr 2027 hinaus sorgen in der offenen Kinder- und Jugendarbeit in Bremen für erhebliche Verunsicherung.

In verschiedenen Stadtteilen sorgen geplante Veränderungen bei der Finanzierung und Mittelverteilung für erhebliche Verunsicherung bei Einrichtungen, Trägern, Mitarbeitenden, Familien sowie Kindern und Jugendlichen.

Dabei geht es längst nicht mehr um einzelne Einrichtungen oder einzelne Stadtteile.

Viele Einrichtungen kämpfen seit Jahren vor Ort um Planungssicherheit und den Erhalt ihrer Angebote. Häufig geschah dies unabhängig voneinander und weitgehend innerhalb der jeweiligen Stadtteile. In den vergangenen Monaten wurde jedoch immer deutlicher, dass zahlreiche Einrichtungen in ganz Bremen vor sehr ähnlichen Herausforderungen stehen.

Fehlende Planungssicherheit.

Steigender finanzieller Druck.

Unsichere Zukunftsperspektiven.

Sorgen um den Fortbestand wichtiger Angebote.

Deshalb haben sich erstmals zahlreiche Menschen, Einrichtungen und Unterstützende stadtteilübergreifend zusammengeschlossen.

Die breite Unterstützung dieser Petition zeigt deutlich, dass es sich nicht um Einzelinteressen handelt, sondern um ein bremenweites Anliegen.

Wir möchten alle Bremerinnen und Bremer dafür sensibilisieren, dass die aktuelle Entwicklung kein Problem einzelner Einrichtungen oder Stadtteile ist. Es geht um die Zukunft der Kinder- und Jugendarbeit in ganz Bremen. Deshalb braucht es jetzt Zusammenhalt, Solidarität und ein gemeinsames Eintreten für eine bedarfsgerechte und institutionelle Finanzierung der Kinder- und Jugendarbeit.

Die Unterstützung reicht dabei weit über die unmittelbar betroffenen Einrichtungen hinaus.

Hinter dem Anliegen stehen unter anderem Kinderärztinnen und Kinderärzte, Psychologinnen und Psychologen, Lehrkräfte, pädagogische Fachkräfte, Kitas, Schulen, Vereine, Ehrenamtliche, Ortsbeiratsmitglieder, kommunalpolitisch Engagierte sowie zahlreiche Bürgerinnen und Bürger aus unterschiedlichen Stadtteilen Bremens.

Aus unterschiedlichsten fachlichen Perspektiven wird dabei dieselbe Botschaft formuliert:

Kinder- und Jugendarbeit ist keine freiwillige Zusatzleistung, sondern ein unverzichtbarer Bestandteil von Bildung, Prävention, Integration, Teilhabe, Demokratieförderung und Kinderschutz.

Die erfolgreiche Demonstration am 29. Mai 2026 sowie die breite öffentliche Unterstützung haben gezeigt, dass die Sorge um die Zukunft der Kinder- und Jugendarbeit längst keine Einzelmeinung mehr ist, sondern von vielen Menschen in ganz Bremen geteilt wird.

Parallel zu dieser Petition wurde über OpenPetition bereits eine öffentliche Unterstützungsinitiative gestartet. Die dort eingegangenen Kommentare und Unterstützungsbekundungen dokumentieren eindrucksvoll die große öffentliche Resonanz auf dieses Anliegen. Besonders bemerkenswert ist dabei, dass sich Menschen aus unterschiedlichsten gesellschaftlichen Gruppen sowie zahlreiche fachlich engagierte und sachkundige Personen zu Wort melden. Wie bereits dargestellt, spiegeln die Beiträge eine breite fachliche und gesellschaftliche Unterstützung für die offene Kinder- und Jugendarbeit wider. Auch die Kommentare und Stellungnahmen der Petentinnen und Petenten auf OpenPetition werden wir dem Petitionsausschuss sowie dem Senat ergänzend zur Verfügung stellen.

Die kommenden Wochen sind entscheidend.

Zum Zeitpunkt der Einreichung beziehungsweise Freischaltung dieser Petition könnten bereits erste Entscheidungen oder Vorfestlegungen zur zukünftigen Verteilung erheblicher Teile der Mittel für die offene Kinder- und Jugendarbeit in Bremen getroffen worden sein oder unmittelbar bevorstehen.

Unabhängig davon sind die grundlegenden Fragen nach Transparenz, Beteiligung, Planungssicherheit und einer langfristig bedarfsgerechten Finanzierung weiterhin offen und von großer Bedeutung für die Zukunft der Kinder- und Jugendarbeit in Bremen.

Gerade weil die Tragweite dieser Entscheidungen für viele Kinder, Jugendliche, Familien und Einrichtungen erheblich ist, appellieren wir an die Verantwortlichen, die breite öffentliche und fachliche Resonanz auf dieses Anliegen angemessen zu berücksichtigen und ausreichend Raum für Transparenz, Beteiligung und sorgfältige Prüfung zu schaffen.

Noch besteht die Möglichkeit, bestehende Planungen kritisch zu überprüfen, Transparenz herzustellen und Lösungen zu entwickeln, die Kinder und Jugendliche in allen Stadtteilen Bremens gleichermaßen berücksichtigen.

Aktuelle Presseberichte (vgl. Weser-Kurier vom 10.06.2026) deuten darauf hin, dass für Teile der Kinder- und Jugendarbeit in Bremen zunächst eine kurzfristige Übergangslösung bis zum Jahresende gefunden werden konnte. Dies ist für die betroffenen Einrichtungen, Mitarbeitenden, Kinder, Jugendlichen und Familien zunächst ein wichtiges Signal. Die grundlegende Herausforderung bleibt jedoch bestehen: Es braucht eine langfristige, bedarfsgerechte und institutionell abgesicherte Finanzierung aller Angebote und Orte für Kinder und Jugendliche in Bremen. Eine solche langfristige Absicherung über das Jahresende hinaus und insbesondere über das Jahr 2027 hinaus sehen viele Betroffene derzeit nicht ausreichend gewährleistet. Genau dafür setzen wir uns mit dieser Petition ein.

Kinder- und Jugendarbeit schafft Schutzräume, Bildungschancen, Prävention, Integration, Inklusion, soziale Teilhabe und Demokratieförderung. Sie bietet Kindern und Jugendlichen Orte, an denen sie willkommen sind, Unterstützung erhalten, Verantwortung übernehmen und Gemeinschaft erleben können.

Wenn diese Strukturen geschwächt werden oder wegbrechen, verlieren Kinder und Jugendliche weit mehr als Freizeitangebote.

Sie verlieren:

* Ansprechpersonen
* Gemeinschaft
* Orientierung
* Schutzräume
* Perspektiven
* soziale Stabilität

Bereits heute berichten Einrichtungen von eingeschränkten Angeboten, reduzierten Öffnungszeiten, weggefallenen Projekten, Personalengpässen, fehlender Planungssicherheit und wachsendem wirtschaftlichem Druck. Diese Entwicklungen sind keine abstrakten Befürchtungen, sondern vielerorts bereits spürbare Realität.

Gleichzeitig zeigen Erfahrungen aus unterschiedlichen Bereichen der sozialen Infrastruktur, welche Folgen eine dauerhaft unzureichende Finanzierung haben kann: Stellen werden abgebaut, Angebote eingeschränkt, Ferienprogramme gestrichen, Einrichtungen zeitweise geschlossen oder wichtige Projekte aufgegeben. Solche Entwicklungen treffen immer zuerst die Menschen, die auf Unterstützung, Begegnung und Teilhabe angewiesen sind.

Für Kinder und Jugendliche bedeutet dies weniger verlässliche Ansprechpersonen, weniger sichere Orte und weniger Chancen auf Förderung, Gemeinschaft und persönliche Entwicklung. Für Familien bedeutet es den Verlust wichtiger Entlastungs- und Unterstützungsangebote. Für Stadtteile bedeutet es den Verlust von sozialen Ankerpunkten, die Zusammenhalt, Integration und demokratisches Miteinander stärken.

Deshalb geht es bei dieser Petition nicht allein um Haushaltszahlen oder Verwaltungsentscheidungen. Es geht um die konkrete Lebensrealität von Kindern und Jugendlichen in Bremen und um die Frage, welchen Stellenwert ihre Zukunft in politischen Entscheidungen einnimmt. Eine starke Kinder- und Jugendarbeit ist kein Luxus, sondern eine grundlegende Investition in den gesellschaftlichen Zusammenhalt, in Chancengerechtigkeit und in die Zukunft unserer Stadt.

Aus Sicht vieler Betroffener wird dabei ein zentraler Punkt verkannt.

Die entscheidende Frage lautet nicht, ob insgesamt mehr Geld im System vorhanden ist.

Die entscheidende Frage lautet:

Sind die vorhandenen und künftig bereitgestellten Mittel ausreichend und werden sie so eingesetzt und verteilt, dass sie den tatsächlichen Bedarfen vor Ort entsprechen und bestehende Angebote dauerhaft sichern?

Steigende Gesamtausgaben bedeuten nicht automatisch eine bessere Situation vor Ort.

Personal-, Energie-, Miet- und Sachkosten sind in den vergangenen Jahren erheblich gestiegen.

Deshalb stellt sich die berechtigte Frage, ob die angekündigten zusätzliche Mittel tatsächlich zu einer Verbesserung der Angebote führen oder in erster Linie gestiegene Kosten ausgleichen.

Wenn Einrichtungen gleichzeitig von gekürzten Programmen, eingeschränkten Angeboten, unsicheren Stellen und Existenzsorgen berichten, reicht der Verweis auf höhere Gesamtmittel allein nicht aus.

Viele Betroffene vermissen zudem Transparenz darüber,

* welche Kriterien der Mittelverteilung zugrunde liegen,
* welche Rückmeldungen aus den Stadtteilen berücksichtigt wurden,
* welche fachlichen Bewertungen zu den geplanten Entscheidungen geführt haben,
* welche Beteiligten an den Entscheidungsprozessen mitgewirkt haben
* und wie die unterschiedlichen Interessen gegeneinander abgewogen wurden.

Kinder und Jugendliche dürfen nicht davon abhängig sein, in welchem Stadtteil sie leben.

Kinder- und Jugendarbeit darf nicht zum Verteilungskampf zwischen Stadtteilen, Trägern oder Einrichtungen werden.

Offene Kinder- und Jugendarbeit bedeutet:

* Kinder stärken, bevor Krisen entstehen,
* Jugendlichen Perspektiven geben,
* Familien entlasten,
* Einsamkeit und Ausgrenzung entgegenwirken,
* Integration fördern,
* demokratisches Miteinander stärken
* und Stadtteile lebendig und solidarisch halten.

Wer heute bei Kindern und Jugendlichen spart, spart nicht wirklich.

Er verschiebt Probleme exponentiell in die Zukunft.

Bremen braucht starke Kinder.

Starke Kinder brauchen verlässliche Orte.

Und diese Orte brauchen eine sichere, faire, bedarfsgerechte und institutionelle Finanzierung.

Wir bitten die Bremische Bürgerschaft daher, sich mit diesem Anliegen zu befassen und sich für eine transparente, nachvollziehbare, bedarfsgerechte und langfristig tragfähige Finanzierung der Kinder- und Jugendarbeit in Bremen einzusetzen.

Denn unsere Kinder sind keine Sparmaßnahme.

Jens Wirth
Bremen

S21-343 Kita-Plätze Schwachhausen

Hauptpetent/in: Greving, Lena
Ende der Mitzeichnungsfrist: 2026-07-28
Anzahl Mitzeichner: 839

Kita-Plätze in Schwachhausen erhalten – Trägervielfalt und
Versorgung sichern

Wir, die Unterzeichnenden, fordern die Bremische Bürgerschaft auf, den geplanten Abbau von rund 100 Kita-Plätzen in Schwachhausen im Zuge des Umzugs des Kinder- und Familienzentrums Fritz-Gansberg-Straße zu verhindern.

Mit dem Wegzug der Einrichtung droht der Verlust der einzigen städtischen Kita von KiTa Bremen in Schwachhausen. Damit würde die Trägervielfalt erheblich eingeschränkt. Familien ohne christliche Konfessionsbindung oder mit begrenzten finanziellen und zeitlichen Ressourcen hätten deutlich weniger Wahlmöglichkeiten. Außerdem würden die jahrelang erarbeiteten Kooperationen im Stadtteil, wie etwa mit den Grundschulen und anderen Einrichtungen, hinfällig werden.

Besonders kritisch sehen wir die Entstehung dieser Situation. Viele Eltern haben den Eindruck, dass notwendige Sanierungen über Jahre nicht mit der erforderlichen Priorität verfolgt wurden. Es muss transparent aufgearbeitet werden, welche Investitionsentscheidungen in der Vergangenheit getroffen oder unterlassen wurden und ob der nun geplante Umzug durch bereits bestehende Verpflichtungen zur Eröffnung eines neuen Standorts im Hulsberg-Quartier beeinflusst wird. Zudem muss hier geprüft werden, inwiefern im Hulsberg-Quartier durch die Eröffnung einer weiteren Kita ein Überangebot entsteht.

Darüber hinaus fordern wir die Bürgerschaft auf sicherzustellen, dass die Einrichtung bis zu einem möglichen Umzug vollständig instand gehalten wird. Es darf nicht dazu kommen, dass notwendige Reparaturen am Gebäude oder auf dem Außengelände mit Verweis auf die bevorstehende Verlagerung zurückgestellt werden.

Wir fordern die Bremische Bürgerschaft auf,
1. den Netto-Abbau von Kita-Plätzen in Schwachhausen auszuschließen
2. ein dauerhaftes städtisches Angebot von KiTa Bremen in Schwachhausen sicherzustellen
3. eine transparente Sozialraum-, Bedarfs- und Trägeranalyse vorzulegen
4. die bisherigen Sanierungsentscheidungen offenzulegen
5. Transparenz über mögliche vertragliche Verpflichtungen im Zusammenhang mit dem neuen Standort herzustellen
6. die uneingeschränkte Instandhaltung der Einrichtung bis zum Umzug verbindlich zu garantieren
7. freiwerdende Kapazitäten für Qualitätsverbesserungen und Sprachförderung zu nutzen statt sie abzubauen.

Frühkindliche Bildung ist eine öffentliche Kernaufgabe. Eine vorausschauende Familien- und Bildungspolitik darf funktionierende Infrastruktur nicht abbauen, sondern muss sie erhalten und weiterentwickeln.

Wir bitten die Bremische Bürgerschaft daher, sich für den Erhalt der Kita-Kapazitäten in Schwachhausen und im gesamten Bremer Osten einzusetzen.

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