Melde- und Registrierungspflicht für Hundewürfe in Bremen
Tierheime in Bremen sind stark belastet. Ein wesentlicher Grund ist die unkontrollierte Vermehrung von Hunden.
Zur Prävention von Tierleid und zur Entlastung der Tierheime fordern wir ein transparentes, staatlich geregeltes System für Hundewürfe in Bremen.
Forderungen:
Meldepflicht für alle Hundewürfe
- Jeder Hundewurf muss gemeldet werden
- Unabhängig von Planung oder Zufall
- Meldung innerhalb einer festgelegten Frist
Zentrales Hundewurfregister
- Erfassung von Geburtsdatum, Anzahl der Welpen, Halter oder Zuchtstätte
- Ziel: Transparenz, Rückverfolgbarkeit und Prävention
Kennzeichnung und Rückverfolgbarkeit
- Alle Welpen müssen gechippt werden
- Chipnummern werden dem Wurf zugeordnet
- Herkunft bleibt dauerhaft nachvollziehbar
Herkunfts- und Registrierungszertifikat
- Für jeden registrierten Welpen wird ein Zertifikat ausgestellt
- Enthält: Registrierungsnummer, Chipnummer, Geburtsdatum, Halter/Zuchtstätte, Hinweis auf Registrierung
- Welpen ohne Zertifikat gelten als nicht registriert
Vereinsnachweis und Gesundheitsangaben
- Jeder Wurf über einen anerkannten Zuchtverband muss aktuellen Nachweis der Vereinszugehörigkeit enthalten
- Gesundheitsnachweise werden weiterhin durch die Verbände dokumentiert und sind nicht staatlich verpflichtend
- Angaben werden wertfrei erfasst
Einbindung von Zuchtverbänden
- Bereits registrierte Verbandswürfe können vereinfacht gemeldet werden
- Gleichwertige Nachweise werden angerechnet
- Staatliches Register bleibt zentral
Niedrige Registrierungsgebühr
- Geringe Pauschale zur Abdeckung: Registerbetrieb, Unterstützung Tierheime, Präventionsangebote
Informations- und Beratungsangebot
- Erstmeldung erhält Informationsangebot: Pflichten, Chip, Register, Verantwortung, Vermittlung
- Umsetzung erfolgt in Abstimmung mit Veterinäramt, Tierheimen oder geeigneten Stellen
- Keine Sanktionen bei ordnungsgemäßer Erstmeldung
Ordnungswidrigkeiten bei Nichtmeldung
- Nicht oder verspätet gemeldete Würfe gelten als Ordnungswidrigkeit
- Verhältnismäßige Geldbußen
- Wiederholte Verstöße: ggf. Auflagen (z. B. Kastration)
FAQ
1. Ist das ein Zuchtverbot?
Nein. Es geht nur um Transparenz und Nachverfolgbarkeit, nicht um Verbot oder Vereinszwang.
2. Wer führt die Beratung durch?
In Abstimmung mit Veterinäramt, Tierheimen oder geeigneten Stellen. Beratung bedeutet in dem Sinne Informationsangebot, keine Prüfung.
3. Werden Vereine doppelt belastet?
Nein. Bereits registrierte Verbandswürfe werden angerechnet.
4. Warum Chip und Zertifikat?
- Rückverfolgbarkeit für Tierheim und Käufer
- Transparenz über Herkunft
- Welpen ohne Zertifikat = nicht registriert
Digitalisierung: Online-Meldung, Upload von Nachweisen, Chipverwaltung.
Tierheime entlasten: Frühzeitige Registrierung reduziert ungeplante Abgaben und Kontaktaufnahme zum Halter/Verein bei Abgabe in Tierheimen wären möglich
Verbraucher- und Tierschutz: Käufer sehen Herkunft, Transparenz verhindert Täuschung.
Prävention statt Sanktionen: Informationsangebot vor Strafmaßnahmen.
Kosteneffizienz: Geringe Gebühr deckt Betrieb und Prävention, spart Tierheimeinsätze.
Diese Petition fordert kein Zuchtverbot, keinen Vereinszwang und keine Bewertung von Zuchten. Sie schafft Transparenz, ordnet Verantwortung zu und schützt Tiere sowie Käufer gleichermaßen.
Mit dieser Petition wird angeregt, dass die Bremische Bürgerschaft eine landesweite, verbindliche Aufklärungskampagne zum Thema emotionaler Missbrauch bei Kindern und Jugendlichen auf den Weg bringt und dauerhaft in Bildung, Jugendhilfe und öffentlicher Präventionsarbeit verankert. Ziel ist es, Kinder und Jugendliche in der Freien Hansestadt Bremen zu befähigen, emotionale Grenzverletzungen zu erkennen, Hilfe zu suchen und sich möglichst frei von emotionaler Gewalt zu entwickeln – als Grundlage für ihre seelische Gesundheit, ihre Fähigkeit zur freien Willensbildung und ihre Teilhabe in einer demokratischen Gesellschaft.
Beim Thema Gewalt gegen Kinder und Jugendliche wird in der Öffentlichkeit häufig zuerst an Schläge oder sexuellen Missbrauch gedacht. Aktuelle Forschung zeigt jedoch, dass emotionale Misshandlung die häufigste Form der Misshandlung in Kindheit und Jugend ist und in einer vom Bundesministerium für Bildung und Forschung geförderten Studie an einer Stichprobe von fast 800 Kindern und Jugendlichen sogar mit den schwerwiegendsten Folgen für die psychische Gesundheit verbunden war. Ein großer Teil der Betroffenen berichtete von emotionaler Gewalt; Fachleute weisen zudem auf eine hohe Dunkelziffer hin. Internationale Organisationen wie UNICEF gehen davon aus, dass emotionale Gewalt oder Vernachlässigung weltweit sehr verbreitet sind; Expertinnen und Experten in Deutschland schätzen, dass ein relevanter Anteil der Bevölkerung im Laufe des Lebens psychische Gewalt erlebt.
Unter emotionalem Missbrauch werden Formen seelischer Gewalt verstanden, die ohne körperliche Verletzungen auskommen, aber die Entwicklung und das Selbstwertgefühl von Kindern und Jugendlichen tief beeinträchtigen können. Dazu gehören unter anderem ständige Abwertung und Beschimpfung, die direkt den Selbstwert angreifen („Aus dir wird nie etwas“, „Du bist zu empfindlich“, „Du enttäuschst mich ständig“), subtiler Liebesentzug und Verlassenheitsdrohungen („So wie du bist, wird dich nie jemand lieben“, „Wenn du dich nicht änderst, wirst du irgendwann ganz allein sein“), Drohungen, das Kind „wegzugeben“ („Wenn du dich nicht benimmst, kommst du ins Heim“), Rollenumkehr bzw. Parentifizierung, wenn Kinder dauerhaft Aufgaben und emotionale Verantwortung übernehmen müssen, die eigentlich Erwachsene tragen sollten, etwa als „Partnerersatz“ oder Hauptverantwortliche für Tagesabläufe und Stimmung in der Familie, sowie Gaslighting, also das systematische Infragestellen der Wahrnehmung („Das bildest du dir ein, das war nicht so“, „Du stellst dich nur an“). Hinzu kommen „Silent Treatment“ (Schweigen als Strafe, bewusstes Nicht-Reagieren) und „Coercive Control“ (Zwangskontrolle bzw. kontrollierende Machtausübung in engen Beziehungen), etwa Verbote, Freundinnen und Freunde zu treffen („Mit denen triffst du dich nicht mehr“), die Kontrolle von Handy und Nachrichten, streng vorgeschriebene Kleidung und Freizeit („Ich bestimme, was du anziehst und wohin du gehst“) oder das systematische Unterbinden eigener Meinungen und Hobbys („Darüber entscheidest nicht du, das bestimme ich“).
Solche Muster können in Familien, in Schulen, in Peergroups sowie in weltanschaulich oder religiös geprägten Zusammenhängen auftreten. Sie zielen nicht primär auf körperliche Verletzung, sondern auf Kontrolle, Abhängigkeit und die Schwächung des Selbstwerts. Die Forschung spricht von einer „Traumalast“: Wiederholte oder dauerhafte emotionale Misshandlung erhöht deutlich das Risiko für Störungen des Sozialverhaltens, Depressionen, Angststörungen und posttraumatische Belastungsstörungen sowie für anhaltend niedriges Selbstwertgefühl und Schwierigkeiten, Vertrauen und stabile Beziehungen aufzubauen. Neurobiologische Studien deuten darauf hin, dass langandauernder emotionaler Stress Hirnstrukturen beeinträchtigen kann, die für Gedächtnis, Emotionsregulation und Angstverarbeitung wichtig sind, etwa Hippocampus und Amygdala. Kinder können dadurch innerlich in einem dauerhaften Alarmzustand verbleiben.
Besonders gravierend ist, dass Kinder und Jugendliche lernen können, ihrer eigenen Wahrnehmung, ihren Gefühlen und ihrem Urteil zu misstrauen. Wenn ihnen immer wieder vermittelt wird, sie seien „zu empfindlich“, „nicht kompetent genug“ oder „nicht berechtigt, eine eigene Meinung zu haben“, wird ihre Fähigkeit zur unbeeinträchtigten Willensbildung geschwächt, also zu einem eigenen, innerlich freien Urteil darüber, was sie fühlen, wollen und für richtig halten.
Damit berührt emotionaler Missbrauch den Kern einer demokratischen Gesellschaft. Demokratie setzt Menschen voraus, die sich ihrer eigenen Würde bewusst sind, ihre Gefühle und Grenzen wahrnehmen, eine eigene Position entwickeln und sich aus freien Stücken entscheiden können. Ein Aufwachsen möglichst frei von emotionalem Missbrauch ist daher nicht nur eine Frage des Kinderschutzes, sondern eine Voraussetzung für Freiheit und demokratische Teilhabe. Wer von klein auf erlebt, dass Widerspruch mit Liebesentzug, Schweigen, Beschämung oder Zwangskontrolle beantwortet wird, hat es später schwerer, selbstbestimmt zu denken, Autorität zu hinterfragen und verantwortliche Entscheidungen zu treffen.
Mit dieser Petition wird angeregt, emotionalen Missbrauch als eigenen Schwerpunkt ausdrücklich in den Blick zu nehmen und Kinder sowie Jugendliche in Bremen mit speziell darauf ausgerichteten Informationen, Beispielen, benannten Ansprechstellen und Fortbildungsangeboten für Fachkräfte zu unterstützen. Unabhängig von bestehenden Kinderschutz- und Präventionsstrukturen soll eine Kampagne dazu beitragen, dass Kinder und Jugendliche Worte für ihr Erleben finden, zwischen akzeptablem und grenzverletzendem Verhalten unterscheiden können, wissen, an wen sie sich anonym und sicher wenden können, und dass Eltern, Lehrkräfte, Fachkräfte der Kinder- und Jugendhilfe sowie andere Bezugspersonen besser erkennen, wo Unterstützung nötig ist.
Angeregt wird ein Maßnahmenpaket, das insbesondere vorsieht, altersgerechte Informations- und Lernmaterialien für Schulen, Kitas, Jugendzentren und außerschulische Bildung in Bremen zu entwickeln, Sensibilisierungs- und Fortbildungsangebote für Lehrkräfte, Erzieherinnen und Erzieher, Schulsozialarbeit und andere pädagogische Fachkräfte auszubauen, gut sichtbare, niedrigschwellige und auch digitale Anlaufstellen für Kinder und Jugendliche bereitzustellen, an die sie sich anonym und sicher wenden können, sowie durch Öffentlichkeitsarbeit, etwa Social-Media-, Plakat- und Onlinekampagnen, anhand konkreter Beispiele emotionalen Missbrauch zu erklären und Hilfewege aufzuzeigen. Ergänzend sollte eine Evaluation der Wirksamkeit erfolgen, um Maßnahmen bedarfsgerecht weiterzuentwickeln.
Prävention von emotionalem Missbrauch stärkt die seelische Gesundheit von Kindern und Jugendlichen, kann langfristig psychischen Erkrankungen, Bildungsabbrüchen und Ausfällen im Berufsleben vorbeugen und trägt damit auch zur Entlastung des Gesundheitssystems und zur Stabilität der demokratischen Gesellschaft in Bremen, in Deutschland und in Europa bei.